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Forum Back:: Sanierungs- & Instandhaltungsmaßnahmen in den Tannheimern ::

Aggenstein Südwandplatten

Seit dem tragischen Seilschaftsabsturz mit drei Toten an der Roten Flüh sind 10 Jahre vergangen. Dieser Unfall war Anlass für eine Sanierungsaktion, bei der innerhalb von 4 Jahren insgesamt 113 Kletterrouten in den Tannheimern und schließlich auch an der Wolfebnerspitze saniert wurden. Nach Abschluss der eigentlichen Sanierungsarbeiten im Jahr 2001 zeigte sich jedoch, dass der Förderverein, welchen man speziell zu diesem Zweck gegründet hatte, auch weiterhin gefragt war. Immer wieder wurde er zu "Einsätzen" gerufen: Haken waren durch einen Felssturz demoliert worden, andere mussten korrigiert werden, weil sie ungünstig platziert waren; an manchen Stellen wünschten sich Kletterer zusätzliche Haken; am Aggenstein drohte eine mehrere Tonnen schwere Felsplatte über die Südwandplatten zu stürzen – sie wurde kontrolliert entfernt; unter der Gimpel-Südwand mussten die Steinschlag-Warnschilder erneuert werden; die Stahlseile am Zwischenstand des Rote-Flüh-Abseilweges waren durch Schneedruck gerissen ... usw.


Bilanz

Das 10-jährige Bestehen des "Förderverein für Sicheres Klettern in den Tannheimern" gab  Anlass zu einer Bilanz: Während in den 10 Jahren vor der Sanierung insgesamt 45 Unfälle im Steilgelände der Tannheimer registriert worden waren, sank die Zahl in den 10 Jahren danach um 35 % auf  29 registrierte Unfälle. Gimpel Alte SüdwandDie Todesfälle reduzierten sich von 22 auf 7, eine Senkung um 68%, wobei dafür jeweils Ursachen verantwortlich waren, welche durch eine Haken-Sanierung nicht beeinflussbar sind (Alleingang, Orientierungsprobleme, Normalweg). Durch die Sanierung lassen sich selbstverständlich nur Unfälle vermeiden, die direkt mit der Absicherung der Kletterrouten zusammen hängen. Vor der Sanierung gab es 13 solcher Todesfälle (Ausbruch von Fixpunkten, dabei 5x Seilschaftsabsturz), in den 10 Jahren danach gab es nur noch einen Todesfall mit Beteiligung eines Fixpunktes (Ausriss eines alten Normalhakens); dabei war der Kletterer allerdings nicht auf einer sanierten Route unterwegs gewesen. Fazit: Seit der Sanierung kam es in den sanierten Kletterrouten zu keinem einzigen tödlichen Unfall – also ein 100%iger Erfolg!
Nicht ohne Stolz präsentierte im März 2007 der Initiator und Vorsitzende des Fördervereins, Toni Freudig, diese Zahlen bei einem Treffen in Nesselwang. Auch verwies er darauf, dass nach 10-jähriger Tätigkeit des Vereins die eigentliche Aufgabe, nämlich die Sanierung der  Kletterrouten, längst abgeschlossen sei und in den letzten Jahren im Großen und Ganzen nur noch Instandhaltungsarbeiten durchgeführt wurden. Da der Förderverein nicht primär zu diesem Zweck gegründet worden war undGimpel Neue Südost-Kante (6) solche Leistungen auf Dauer nicht tragen könne und wolle, hatte man in einer Mitgliederversammlung im Sommer 2007 beschlossen, den Verein aufzulösen. Dies sollte jedoch nicht bedeuten, dass von nun an die Kletterrouten in den Tannheimern ihrem Schicksal überlassen bleiben, sondern war ganz konkret mit dem Aufruf verbunden, eine andere Institution zu finden, die sich künftig darum kümmern sollte.
Alle Anwesenden, insbesondere die Delegierten der umliegenden Sektionen des deutschen und österreichischen Alpenvereins, machten deutlich, dass die bisherige Tätigkeit des Fördervereins überaus sinnvoll war und sparten nicht mit Dank.
Auch wurde man sich schnell darüber einig, dass ein speziell dafür zu gründender Arbeitskreis die Kletterrouten in den Tannheimern weiterhin betreuen und somit den hohen  Sicherheitstandard erhalten soll. T. Freudig erklärte sich bereit im Rahmen eines solchen, von den zuständigen Sektionen getragenen Arbeitskreises auch weiterhin mit seinem Wissen und Können für die Sicherheit der Tannheimer Kletterrouten zur Verfügung zu stehen und auf Wunsch entsprechende Sanierungs- bzw. Instandhaltungsarbeiten zu übernehmen.

Neuer Arbeitskeis

Bei einem weiteren Treffen, organisiert von Heinz Steidle (DAV Bad Kissingen) im Oktober 2007, wurde beschlossen, eine Arbeitsgemeinschaft "Sicheres Klettern in den Tannheimern" zu gründen. Das betreute Gebiet umfasst die gesamten Tannheimer Berge. Jedes Mitglied (DAV-Sektionen) entrichtet ein Grundkapital auf ein neu einzurichtendes Konto, beteiligt sich an der Sammlung von Informationen über den Zustand der einzelnen Kletterrouten und entscheidet mit, welche Mängel behoben werden sollen

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft "Sicheres Klettern in den Tannheimer Bergen" sind nachfolgende Alpenvereinssektionen:

Bankverbindung

Für Förderbeiträge wurde ein Konto eingerichtet:

Arbeitsgemeinschaft Sicheres Klettern in den Tannheimer Bergen
Konto-Nr. 103 266 320
Bankleitzahl 733 698 78
Raiffeisenbank Füssen Pfronten Nesselwang e.G.

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